Der Morgen begrüßte uns mit Regen. Die Yacht war rot vom Sand & Staub den der Regen heruntergespült hatte & da Chris & ich am Vorabend kein Brot mehr bekommen hatten machten Arne, Flo, Iskren & ich uns nun auf den Weg – in Mykonos besorgten wir dann noch ein kleines Geschenk für Flo L. der am nächsten Tag Geburtstag hatte. In den großen Pfützen bringt das Quad fahren fast noch mehr Spaß. Gegen 0930h brachten wir die Quads zurück zum Verleih & zum Frühstück gab es Pfannkuchen – Danke! Bei nicht ganz so gutem Wetter machten wir uns auf in Richtung der Insel  Delos – eine  in der Antike blühende und durch das dortige Apollonheiligtum für die Griechen heilige Stätte. Da wir bei dem SE Wind dort keinen geeigneten Ankerplatz finden würden beschlossen wir einfach direkt mit dem Beiboot auf der Insel zu landen. Patrizia, Simon & Martin blieben zurück auf der Yacht. Bei uns war sonnen beim mittlerweile guten Wetter angesagt. Währenddessen hing die Schleppangel mit Köder über Bord und bei einer eigentlich perfekten Schleppgeschwindigkeit von 2 Knoten hatte an diesem Mittag trotzdem kein Fisch Interesse uns den Tag zu versüßen. Um 1500h mussten alle die Insel verlassen – das wussten wir – mittlerweile war es jedoch schon fünf vor drei und beim Beiboot tat sich nichts. Dann ein Funkspruch: wir sollen etwas näher in Richtung Insel kommen. Bei dem Manöver verhakte sich dummerweise die Schleppleine irgendwo unter der Yacht, so dass wir lieber etwas Abstand von der Insel hielten. Das Problem wurde schnell von Chris F & Arne behoben, die sich bereit erklärten ins Wasser zu springen. Die zweite fuhre kam ebenfalls leicht verspätet mit dem Beiboot bei uns an. Ein Guard der Insel hatte unseren Yachtnamen erfragt und die Polizei gerufen! Iskren hatte sich außerdem mit ihm angelgt, da er vom Wachpersonal als Dieb beschimpft wurde. Naja, wir entschlossen uns erst mal zügig in Richtung Syros aufzubrechen – der Rest bleibt besser ein Geheimnis! Wir hatten tolle Segelbedingungen und liefen am späten Nachmittag in Ermoupoli auf Syros ein. Außer uns war nur noch eine andere Yacht im Hafen und das Wasser im  Hafenbecken war ein wenig aufgewühlt, so dass unsere Yacht durchgeschaukelt wurde. Eigentlich sehr gemütlich! Außerdem konnten wir hier unsere Wassertanks befüllen und hatten Strom.

Bei Einbruch der Dunkelheit machten wir uns nach ein paar Pita’s wieder auf den weg Kalamari zu angeln. Wie sonst auch – ohne Erfolg. Nach einem zweiten, späten Abendessen hockten wir gemeinsam im Cockpit, bei einigen Bier & Ouzo begleitet von unseren “selbst komponierten” Liedern auf einer Gitarre hatten wir jede Menge Spaß. Man brauch nur noch zu sagen: Nicht lang schnacken, Kopp in’ Nacken! Um Mitternacht hatte Flo L. dann endlich Geburtstag und er durfte seine besonderen Geschenke entgegennehmen. Wir suchten eine Partylocation auf, und fanden zunächst eine Katze in einem Schaufenster. Eigentlich nichts besonderes, doch wenn man wieder mal auf einem Fanta-High in Kombination mit Bier & Ouzo ist dann bleibt einem eigentlich nichts anderes übrig, außer ca. 45 Minuten lang die Katze dazu zu bringen hoch zu hüpfen und möglichst viele der Gegenstände im Schaufenster umzuwerfen ;) – mit Erfolg! Danach gingen wir noch in einen der griechischen Clubs und hatten eine wirklich tolle Nacht.

Am Morgen erwachten wir gegen 0830h, um 0930h sollten wir abgeholt werden und zu den Quads gebracht werden. Jedoch, typisch griechisch wurde das ganze erst einmal um eine Stunde verschoben, die wir nutzten um ein wenig aufzuräumen und natürlich unserem zweit liebsten Hobby dem Angeln nachzugehen. Trotz neuem Spinner an der Angel biss nichts an. Um kurz vor 11 wurden wir dann endlich von Joana abgeholt und zum Quadverleih gebracht. Obwohl Simon keinen Führerschein dabei hatten wir Glück und Flo L. durfte zwei Quads leihen. Auch wenn dieser 2. Quad zunächst ein paar Probleme bereitete. Man konnte ihn nämlich nicht ausschalten, einen Anruf und einge Minute später waren zwei Kerle vom Verleih bei uns und zeigten Simon, dass er einfach das gesamte Schloß rausrupfen und dann drehen muss, Okay.

Bei einer Tankstelle tankten wir Benzin auf, bei einem Supermarkt unweit entfernt füllten wir unsere Tanks dann mit Getränken & Snacks. Die Tour konnte losgehen. Wir fuhren zunächst Richtung Ano Mera, an einem Kloster vorbei, zu einer Windmühle, auf eine Schotterpiste die wir dann nicht weiter hoch kamen. Weiter ging es nach einem kurzen Stop beim Bäcker Richtung Agia Anna, hier sollten irgendwo Siedlungsreste zu finden sein, diese kümmerten uns jedoch ersteinmal wenig, viel spassiger war es mit den Fahrzeugen Donuts, Burn-Outs und Kreise zu driften/machen. Nach einem Foto-Shooting wollten wir einen Hügel am Meer erklimmen. Aus einer nicht einsehbaren Scharte die Richtung Wasser steil abfiel war ein “bääääähhhhh” zu hören. Ein “bäääh?” Ja, einen Blick in den Abhang später sahen wir eine Ziege, diese hatte sich mit ihren kleinen Hörnern in einem Fischernetz verfangen. Unglaublich, aber das Fischernetz saß so Fest, dass man es nicht mit der Hand entfernen konnte. Gut das ein echter Segler wie Flo M. immer sein Segelmesser dabei hat und er die abgemagerte Ziege die von Arne festgehalten wurde unter kläglichem gejammer der Ziege freischneiden konnte. Diese sprang quietschfidel mit Toupet zurück in Richtung ihrer Herde. Die Herde jedoch nahm zunächst einmal Reiß aus vor diesem unbekannten neunen Tier, das wie ein zu klein geratenes Pferd aussah. Minuten später, wurde das “Pferd” aber wieder von den anderen Klanmitgliedern akzeptiert. Nebenbei wurde natürlich eines der zahlreichen Tutorials gedreht – seid gespannt!

Ein netter Sandstrand in der Nähe hatte es uns angetan und wir beschlossen hier ersteinmal zu verweilen. Dank Flo L. und seinem Quad hatten wir den Strand auch nach wenigen Minuten für uns alleine. Die dort liegenden Touristen wurden relativ schnell durch das Röhren seines Quads, der den Strand & durch das kalte, salzige Naß auf und ab fuhr, entfernt. Einige Jungs trauten sich in das nur 15 – 16 Grad warme Wasser, die anderen genossen die kurzen sonnigen Momente am Strand mit einem Volleyball. Nicolas packte seine Jonglierbälle aus & wenig später hatten wir ihn davon überzeugt ein paar “Stunts” zu demonstrieren. So fand er sich wenig später auf einem oder zwei Quad stehend mit drei Bällen in der Luft den Strand hoch und runter düsen.

Wir beschlossen dass wir die Küste noch weiter entlang Richtung Super Paradise Beach fahren um ein paar Partylocations für den Abend auszuchecken. Auf dem Weg dorthin spaltete sich plötzlich unsere 10 köpfige Quad-Gang. Eines der Quads sprang nicht mehr an, so dass wir uns schnell in drei Gruppen wieder fanden die einander suchten. Am Ende trafen wir uns alle in Super Paradise wieder. Tote Hose war hier angesagt, so dass wir nur 5 Minuten am Strand lagen & wir diskutierten ob wir die Yacht nun noch am heutigen Tag nach Paradise Beach bringen wollen oder sie in der Marina liegen bleiben soll. Da die Gruppe unentschlossen war wollten wir zunächst vom Super Paradise Beach zum Paradise Beach fahren um die Lage vor Ort anzuschauen. Dazu mussten wir den steilen Berg wieder hinauf, den wir bei der Anreise hinunter gekommen waren. Ein kleines Problem bei den nicht ganz so leistungsfähigen Quads. Iskren und ich mussten den Berg rückwärts hinauf fahren. Am Flughafen vorbei ging es erneut eine Straße mit großem Gefälle hinunter, dann eine rote Absprerung, die jedoch schnell umfahren war. 100 Meter später fanden wir dann die Überreste von dem was einmal eine Brücke war. Unter der Brücke war ein “reißender Bach”. Unpassierbar für unsere Quads. Nein, ich musste micht erst durchsetzen und dabei das leben meines geliebten Quads aufs Spiel setzen um zu demonstrieren wie man da doch noch vorbei kommt. Wieder zuruückzufahren und einen riesen Umweg zu nehmen kam nicht in Frage. 15 Minuten später befanden sich alle Quads unversehrt auf der anderen Seite vom Gewässer und wir konnten unsere Reise in Richtung Paradise fortsetzen. Auf dem Weg dorhin begenete uns noch ein im Gesicht blutüberströmter Asiate der mit einem Quad einen Abhang hinunter gestürzt war. Unsere Hilfe wurde jedoch abgelehnt, so dass wir den Nachmittag bei ein paar Drinks am ebenfalls ausgestorbenen Paradise Beach ausklingen lassen konnten.

Zurück auf unserer Yacht wurde Abends gekocht, Chris & Chris wollten noch etwas Brot für den nächsten morgen besorgen. Beim an Land springen verhakte ich mich wie auch Chris F schon am Vortag an einer Leine die zum Fender führte und sprang gegen die Kaimauer. Mit einem blutigen Bein ging es dann auf in die Stadt um einen Bäcker zu suchen. Hier kann ich es jetzt ja so erzählen ;) die offizielle Story die die Crew erzählt bekam war die: Chris M wollte den Rekord brechen und mit einem Quad auf zwei Rädern bis zum Bäcker fahren und ist dabei gescheitert -> blutiges Bein.

Eigentlich hatten wir noch vor gehabt in die Down-Under-Bar zu gehen, aber unsere Yacht war viel gemütlicher!

 

 

Ein paar von uns haben sich gerade auf den Weg nach Delos gemacht, die anderen schippern etwas in der Bucht herum, die Angel ist ausgeworfen und sofern keiner anbeißt habe ich jetzt ein paar Momente Zeit um euch die Erlebnisse in den vergangenen Tagen zu schildern.

Ostermontag war der Tag unserer Abreise in Loutra, Kythnos. Die Engländer, die ganz außen im Päckchen lagen hatten bereits früh abgelegt. So das wir nach einem kleinen Frühstück nur unser Nachbarboot mit den deutschen bitten mussten ihre Leinen umzulegen, so dass wir ablegen können würden. Eigentlich ein Standardmanöver! Als wir gerade ablegen wollten sahen wir, dass einer unserer Fender geplatzt war, bzw. keine Luft mehr hatte – nicht weiter schlimm. Wir konnten nach wenigen Vorbereitungen mit dem Ablegen beginnen. Doch warum einfach wenn es auch schwer geht. Der Skipper der Nachbaryacht hatte den Vorwärtsgang eingelegt & die Fender rollten zwischen unseren Yachten – nicht unbedingt gut. Doch dann ergreift der Wind sich den Bug seiner Yacht & wenige Sekunden später war es geschehen. Die Yacht drückte nun gegen den Heck unserer und der Bug sauste mit Rausch & Braus in die Kaimauer. Ein ordentliches Stück Zement wurde abgesprengt & das Segelschiff hatte eine dicke Kerbe im Bug. Leider konnten wir ihnen nicht weiter helfen, unser Ablegemanöver fuhren wir wie aus dem Lehrbuch üblich, nur das wie einen Fender verloren. Dieser wurde netterweise rausgefischt & nach einer kurzen Drehung lag er wieder auf unserem Deck. Wir machten uns auf den Weg nach draußen auf’s Wasser & setzten bei 6 Windstärken die Segel mit Kurs auf Syros. Beim setzten der Segel muss jedoch der Backofen & Herd aus der Verankerung gebrochen sein, dies bemerkten wir aber erst später. Es wurde wie immer ein Köder geschleppt, einige hatten mit Seekrankheit zu kämpfen. Auf einmal zischte die Angelschnur von der Rolle, ein Fisch & was für einer hing an unserem Haken. Nach einer knappen Minute hat er sich jedoch wieder befreien können, aber immerhin schon mal ein Lichtblick.

Wir steuerten eine vielversprechend aussehende Bucht im Norden von Syros an. Als wir dort ankamen Pfiff der Wind mit bis zu 7 Windstärken aus alle Richtungen, nach dem zweiten Ankerversuch verworfen wir die Idee hier einen Mittagsstop zu machen & setzten die Segel gleich mit Kurs auf Mykonos. Wir wurden lange Zeit bei bis zu 8 Windstärken (in Böen 9) von einem Zweimaster begleitet.  Simon der im Cockpit saß & gemütlich seine Beine auf dem Tisch liegen hatte, hatte mit der Müdigkeit zu kämpfen. Zack waren die Augen zu & zack, genauso schnell flog er auch durch das Cockpit als eine Böe die Yacht stärker krängte. Flo L. hatte jedoch aufgepasst & ihn blitzschnell am Arm gepackt, so dass er nicht über Bord gehen konnte. Der Gedanke im Schlaf über Bord zugehen amüsierte uns noch lange & Simon hatte einen kleinen „Schock“ erlitten. Auf dem Weg nach Mykonos wurden schon so manche Jokes in Bezug auf die Insel & ihre häufig homosexuellen Besucher gerissen. Iskren musste sich entscheiden ob er bei gehisster Latex Regenbogenflagge noch an Bord schlafen möchte! Da wir so eine Flagge aber gar nicht an Bord hatten erübrigte sich das Problem. Am späten Nachmittag machten wir dann nach 3 versuchen in der Marina auf Mykonos fest. Bei 7 Windstärken leicht schräg von hinten eines meiner schwierigsten Anlegemanöver je. Nach einer warmen Dusche & nach dem wir 10 Quads für den nächsten Morgen bestellt hatten machten wir uns zu Fuß auf in Richtung Innenstadt. Wir fanden eine nette Pita Gyros Bude & beschlossen hier zu essen. Iskren kaufte sich eine grüne Apfel Fanta, andere taten es ihm gleich. Man weiß nicht was genau in der Fanta auf Mykonos drinnen ist, jedoch war dies die Geburtsstunde der Fanta-Rangers.

Mit unserem, für nicht betroffene sicherlich schwer auszuhaltenden „Fanta-High“ gingen wir dann noch Richtung Klein Venedig & fanden eine nette & noch einigermaßen bezahlbare Bar – Katerina’s. Auf dem Rückweg durch die Stadt begegnete uns dann auch noch Petros der Pelikan, ein paar Streicheleinheiten und dem gescheiterten Versuch ihm eine lebendige Katze zu verfüttern später nahmen wir ein Taxi zurück zur Yacht.

Es war ein lustiger Abend an dem wir dann nachts auch noch angelten, außer einen unserer Festmacher hatten wir jedoch nix gefangen.

Pita Gyros zum Frühstück mit einem verrückten griechischen Kerl der den Papst Köpfen will.

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Pfannkuchen zum Frühstück auf Mykonos bei Regenwetter.

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Es ist mittlerweile schon der 26. April, wir hocken gemeinsam spielen Volleyball & Schnorcheln. Aber erstmal zurück zu Ostersonntag, wir waren früh am morgen in Loutra, Kythnos angekommen. Danach brauchten alle erstmal etwas Schlaf. Gegen Mittag gab es dann Frühstück. Danach musste ein Tagesplan gemäht werden, wir beschlossen vorerst in Loutra zu bleiben.

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Nachdem wir unsere Osterflagge gehisst hatten machten wir uns auf den weg die warmen thermal Quellen zu erkunden (ca. 40 grad Wassertemperatur), andere gingen in eine Creperie/Café wo wir uns dann am Ende auch alle versammelten. An der Uferpromenade reihte sich ein Lamm am Spieß an das nächste, darunter heiße Grillkohle, das typish griechische Osteressen.
Nachmittags machten wir uns dann wieder an die Arbeit, die Lazy-Jacks, die am Vortag defekt waren mussten damit wir wieder ordentlich Segeln können am Mast (22 Meter hoch!) befestigt werden. Flo hatte sich schon frühzeitig dafür gemeldet sich dort hoch ziehen zu lassen & die Reparatur durchzuführen. Man muss dazu sagen: Flo hat höhen Angst! Nach einiger Vorbereitung und zwei Sicherungen begab sich Flo dann im Bootsmannstuhl sitzend in Richtung Mastspitze. Wir hatten Windstärke 6 & das Boot wurde teilweise von einigen starken Böen erfasst. Die Reparatur verlief erfolgreich & dank Flo haben wir jetzt auch tolle Aufnahmen von der Yacht aus 18 Meter höhe. Respekt Flo, vor allem dafür, dass du deine höhen Angst überwunden hast & das auch noch während der Mast um ca. 2 Meter von Seite zu Seite schwankte!
Am späten Nachmittag füllte sich der kleine Hafen zunehmend, bis irgendwann keine Liegeplätze mehr da waren. Wir halfen vielen Booten beim anlegen, beim starken Wind ein echtes Spektakel! Die Crew sprach ihr Lob an uns Skipper aus, da sie nun gesehen hatten dass das ganze gar nicht so leicht ist. Neben uns lagen noch zwei weitere Yachten im Päckchen, auch wenn die Yacht neben uns mit deutschem Skipper ordentlich gegen uns Stoß & unser Rig kurzzeitig Kontakt hatte waren wir mit unserem Platz sehr glücklich.
Danach wurden die angeln vorbereitet, diesmal mit Kalamariköder (einer bunten Garnele) leider waren wir nicht erfolgreich. Auch nicht, nachdem wir eine kleine Wanderung am Wasser entlang gemacht haben & der Platz optimal aussah. Abends beschlossen wir das auch wir was von den Lämmern am Spieß abhaben wollen & gingen in eine der Tavernen zum Abendessen. Sehr lecker das Lamm!
An Ostern gibt es auf den meisten Inseln in Griechenland Tänze (das Osterfest hier entspricht von der Größe unserem Weihnachtsfest). Üblicherweise wird Syrtos (ähnlich wie Sirtaki) getanzt, so dass wir uns bevor wie ein Taxi zur Chora (Hauptstadt) nahmen ein Youtube Video anschauten, so dass wir nicht ganz ahnungslos mittanzen müssten. Im Taxi erzählte uns der Fahrer jedoch, dass “Palo” getanzt werden würde, ein uns unbekannter Tanz. Also Handy raus, google auf & Palo Dance eingegeben – der erste Treffer: Poledance! Das war uns schon mal äußerst suspekt. Als wir dann die engen Gassen der niedlichen Stadt entlang gingen trafen wir irgendwann auf einige rot beleuchtete Fenster aus denen Musik dröhnte. Wir waren so mutig & schlossen uns einigen Griechen an & gingen hinein. Eine ganz normale nette Bar/kleiner Club. Die Bedienung sagte uns, dass das die traditionell griechischen Tänze erst um null Uhr begingen würden & nicht um 2300h wie uns im Hafen erzählt wurde. Die Tänze kamen wir jedoch nie zu Gesicht. Martin wurde von den Griechen als Jackenständer missbraucht, sehr amüsant für uns! Wir hatten einen schönen Abend bei immerhin traditioneller Kythniotischer Live Musik, bis wir dann irgendwann nachts im Hafen wieder in unsere Koje fielen.

Nicolas stellt sein artistisches können unter Beweis & jongliert während der Fahrt zwischen zwei Quads.

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Samstag, 23.02.2011
Es ist 0209h OESZ, wir befinden uns im saronischen Golf kurz vor Kap Sounion. eigtl. haben Chris Faller & Iskren Nachtschicht aber aus Solidarität sind Arne & ich aus unsere Schicht auch noch auf Wache geblieben, außerdem ist die Schleppangel ausgeworfen & ich weiss nicht wie fit die anderen in der Bedienung sind. Wir angeln übrigens auf Delfin mit einem selbst konstruierten Leuchtköder.
Warum wir jetzt erst bloggen? Ganz einfach, der erste Tag war schon so abenteuerlich & erlebnisreich, das ich noch nicht dazu gekommen bin.
Es fing eigtl. damit an, dass Team Austria (das sind Arne, Nicolas, Patrizia & Judith), Flo Münch & meine Wenigkeit bereits gestern die Yacht – Anna – eine Cyclades 50.5 – für uns hatten. Übernahme & Papiere waren schnell erledigt. Abends waren wir dann bei Vasilis essen, das ist normalerweise für den letzten Abend reserviert, aber in einem sehr gläubigen, orthodoxen Land ist an Karfreitag einfach nicht mehr viel offen. Nach einem geselligen Abend, auspacken & ein par Bier habe ich mich im Cockpit im Schlafsack eingewickelt & auf die Ankunft von Team Germany (Iskren, Florian L., Simon & Martin) begleitet von Chris F.. Iskren tauchte gegen 0120h auf, der Rest folgte um 0300h. Wir beschlossen um 0730h aufzustehen.

Bereits vor der benannten Zeit waren die meisten wach. Wahrscheinlich konnte es keiner abwarten endlich in See zu stechen & das “gegnerische” Team kennen zu lernen, doch der Teil mit der See sollte noch ein wenig dauern.

Nach einem Großeinkauf mit anschließender Verstauung & Sicherheitseinweisung an Bord ging es dann endlich los. Flo M. durfte uns aus den engen Gassen der Marina in Athen herausmanövrieren. Im saronischen Golf, in dem wir uns nun befanden hatten wir zunächst wenig Wind, optimal um allen Frischlingen die Bedienung der Segel zu erklären/zeigen. Flo war weiterhin verantwortlich & Simon hatte die Aufgabe einen Fender “über Bord fallen zu lassen”, sobald Flo Unterdeck ist. Ich vermute, dass Flo dies bereits ahnte, so dass es als der Fender über Bord ging eher offensichtlich war. Flo drehte bei & wollte nun den Motor starten,doch die Dieselmaschine wollte nicht so recht! Unser erstes großes Problem! De Fender trübe dahin & schnell wurde aufgrund des nicht vorhandenen Windes das Beiboot samt Iskren & Chris F zu Wasser gelassen. Auch da das selbe Problem: der Außenborder sprang kurzzeitig an, doch nach wenigen Metern war hier der Sprit leer. Weiter ging es mit den Paddeln. Ein kurzes Telefonat mit Giannis später & der Hauptmotor konnte manuell gestartet werden. Nach dem wir den Fender & die beiden auf offener See gestrandeten eingesammelt hatten machten wir uns auf den weg zurück in die Marina. Zu essen gab es auf dem weg: Sandwiches mit Schinken, Salami, Käse & Tomaten. Chris F. brachte uns zurück an unseren Liegeplatz. 30 Minuten & einer interessanten Konversation mit Giannis später hatten wir ein neues, funktionierendes Relais & wir machten uns erneut auf den weg nach Kap Sounion, der Wind hatte zugenommen (ca. 5 bft) & wir konnten toll Segeln. Ein Aufschrei von Arne: Schildkröte brachte ein weiteres tolles Ereignis. Iskren brachte uns zurück zur “kleinen” Caretta Caretta. Eine Seltenheit! Nach Kap Sounion sollten wir es nicht mehr schaffen, wir beschlossen, wie immer, in Palaia Fokaia zu ankern. Beim zweiten Versuch griff dann endlich der Anker im Seegras. Der Wind wurde weniger & mit Sprayhood oben hatten wir ein gemütliches Abendmal: Paprika-Chili-Con-Carne – Danke Arne!

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Wir verteilten die Nachtschichten Arne & ich von 2400h bis 0200h, Chris F. & Iskren danach bis 0400h & Flo & Flo von 0400h bis 0600h.

Als wir um Mitternacht kurz nach – Christos Anesti – unter Raketen & Feuerkörper Beschuss den Anker lichteten sollten wir kurze Zeit später ein neues Problem haben welches nach 1,5 Stunden dürftig behoben war. Eine Leine die vom Mast herunterläuft um die Segeltasche zu halten war durchgerauscht, ich dachte halt sie wäre fest – wie auf der anderen Seite. Der Wind in der Nacht war zunächst wenig vorhanden, trotzdem segelten wir bei nur geringer Segelfläche, wenig Krängung & Motorunterstützung in die Nacht hinein. Die Wettervorhersage war folgende: bis Kap Sounion nur mäßiger Wind, danach 6 Windstärken. Während der Fahrt hing die Schleppangel samt selbst modifiziertem “Delfinköder” für 2 Stunden aus. Leider waren bis jetzt sämtliche Fangversuche erfolglos. Der Motor konnte ausgeschaltet werden & nun konnten auch die letzten Crewmitglieder nicht mehr schlafen. 1-1,5 Meter Wellen & 7 Windstärken schaukelten die Yacht “ein wenig” durch, so dass wir nach den ersten Seekranken den nächsten Hafen anliefen: Loutra auf Kythnos anstelle von Mykonos war angesagt. Bei Sonnenaufgang & immer noch viel Wind machten wir in dem idyllischen Badeörtchen längsseits fest. Endlich durften & konnten alle schlafen, für einige die hier nicht benannt werden sollen gab es auch schon das erste “Osterbier” vorm schlafen gehen. An dieser Stelle Frohe Ostern – Christos Anesti!

Bevor es am 22. April 2011 endlich losgeht werden die Skipper Chris und Chris ihre einzigartige Segelcrew wieder bestens vorbereiten. Dazu bereiten Sie wie jedes Jahr eine tolle Präsentation mit vielen wichtigen Hinweisen vor. Diese Präsentation beinhaltet wichtiges Feedback aus vorherigen Segeltörns und hilft dem Segel Fieber e.V. und seinen Skippern aus diesem Feedback nicht nur zu lernen, sondern es an die nächsten Crew Mitglieder weiterzugeben. Mittlerweile hat sich diese Präsentation sogar soweit entwickelt, dass Sie ein praxisorientiertes Knotenseminar beinhaltet. Somit ist die Crew schon vor ihrem Segeltörn in der Lage die wichtigsten Knoten an Bord anzuwenden. Natürlich machen sich die Skipper die Mühe und bereiten sogar eine Skype Konferenz vor, damit auch unsere lieben Crewmitglieder aus Österreich vorbereitet werden.

Wir freuen uns auf die Präsentation und die Skype Konferenz :-)